Sonntag, 26. Februar 2012

Krampfer und die Tücken des Denkmalschutzes

Wir erinnern uns: Nach dem Wunsch von Jessie sollte Schloß Krampfer nach der Räumung gezielt dem Verfall anheimfallen und als Mahnmal für die BRD-Willkür dienen.

Dabei hatte er auch schon Anfangserfolge, so ist beispielsweise der Schornstein umgestürzt, wie ein Vergleich der beiden folgenden Bilder zeigt:

Schloß Krampfer, Gartenseite, Februar 2009

Schloß Krampfer, Gartenseite, August 2009

So weit, so gut. Aber war da nicht noch was besonderes mit dem Schloß? Bei den älteren unter uns wird bei dem Stichwort "3 Millionen" der Groschen fallen: Das Ding war ja Denkmalgeschützt. Und das sagt die Wiki dazu:

Die Denkmaleigenschaft belastet in der Regel die Denkmaleigentümer, weil sie aufgrund der Denkmalschutzgesetze zum Erhalt ihres Denkmals verpflichtet sind. Das kann eine erhebliche finanzielle Belastung darstellen und Eigentümer in ihrem Eigentumsrecht beschränken.

Ich weiss nicht, wie Ihr das seht, aber nach meinem Bauchgefühl passt "gezielt dem Verfall preisgeben" so rein stimmungsmässig gar nicht zu obigem Text. Für mich hört sich das an als sei ein weiterer hamerscher Konflikt mit der BRD im Anmarsch. Es wird spannend!

Zur Kollision Jessie/Realität kam es hier:

"Nun ist der Schornstein eingestürzt und die Gemeinde Plattenburg verlangt nun das wir den Schaden reperarieren sollen???"

Ja!

Drei Fragezeichen, Jessie scheint ernsthaft überascht von der Forderung. Ganz klar ein weiteres Beispiel der BRD-Willkür!

Und so klärt sich ein weiteres Rätsel in der Geschichte des Fürstentums:

Lange Zeit war nicht klar, wem das Schloß denn nun gehört. Warum eigenlich? Ist ja eher ungewöhnlich. Z.B. sagt Jessie in folgendem Video von 2010 zum Schloß (ab 5:45) "Wem's gehört, wissen Sie noch nicht" (Gemeint sind die BRD-Behörden).

Der Schaden musste repariert werden und auch das Gebäude entsprechend Denkmalschutz in Stand gehalten werden, zu bezahlen vom Besitzer. Zusätzlich zu den Kosten der Räumung. Kein Wunder, dass keiner zugeben wollte, der Besitzer zu sein.

Noch ein Nachtrag zu der Geschichte mit den "3 Millionen" Fördergeldern: Wie so oft bei staatlicher Förderung, ist das Fördergeld nur ein Zuschuß. So auch beim "Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege". Dort heisst es:

Voraussetzung für eine Förderung ist eine angemessene finanzielle Eigenbeteiligung des Eigentümers ...

Dass man für bestimmte Objekte eventuell Millionen an Fördergeldern bekommen kann, ist durchaus möglich. Aber was Jessie wahrscheinlich nicht realisiert hat, ist, dass der Eigentümer dann seinerseits auch Mittel in millionenhöhe zur Verfügung stellen muss.

Auch dass es überschüssige Fördergelder gebe, die am Jahresende ausgegeben werden müssen, halte ich für eine Mär. Im Gegensatz dazu heißt es beim Landesamt:

Jedes Jahr erarbeiten wir zusammen mit den unteren Denkmalschutzbehörden der Stadt- und Landkreise eine Prioritätenliste der dringend notwendigen Förderung.

Es gibt also eine Prioritätsliste, weil eben nicht genügend Geld für alle Objekte zur Verfügung steht. Da bleibt nix übrig ;-)

Kommentare:

  1. "Wer findet noch mehr Unterschiede?"

    Aufm EW-Foto sind die chremtrailbedingten grauen Wolken rausretuchiert^^.

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  2. Logo, macht Esowatch standardmässig.

    Vorher darf das gar nicht veröffentlicht werden.

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  3. Wobei ich sagen muss:

    Gerade um die feinen Verästelungen des Baumes haben die echt gute Arbeit geleistet!

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